Alte Garde macht Jungen Platz

WILHELMSHAVEN Kandidaten finden, Bewerberlisten festlegen, Programme abstimmen, Finanzen ordnen: Knapp acht Monate vor der Kommunalwahl am 11. September ist bei den Parteien und Gruppen im Rat der Stadt der Vorwahlkampf angelaufen. Eines steht schon fest. Einige der alten Garde machen Jungen Platz.Aus der SPD-Fraktion (16 Mitglieder) treten fünf verdiente Ratsmitglieder nicht wieder an – nach eigenen Angaben Siegfried Neumann (derzeit Fraktionsvorsitzender) sowie Wilfrid Adam (2. Bürgermeister) und Ursula Aljets (Sozialausschussvorsitzende und Aufsichtsratsvorsitzende RNK).

Ferner nehmen Hans Gabriels (Ausschussvorsitzender TBW) und Margit Stoermer (Vorsitzende Kulturausschuss) Abschied von der Lokalpolitik. Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl ist Thomas Städtler (derzeit Bürgermeister in Löningen/Kreis Cloppenburg). Die Listen werden laut Angaben des Kreisvorsitzenden Volker Block im Mai aufgestellt. Die SPD hat neun Ortsvereine für vier Wahlbereiche.Bei der CDU (14 Sitze) räumen auch bewährte Ratsmitglieder ihre Plätze: August Desenz tritt nach Angaben des Kreisvorsitzenden Jörn Felbier ebenso nicht wieder an wie Heinz Weerda. Ein kleines Fragezeichen gebe es noch bei Bernhard Rech (derzeit Vorsitzender des Bauausschusses und stellvertretender Ratsvorsitzender). Fraktionsvorsitzender Prof. Günter Reuter tritt wieder zur Kommunalwahl an, strebt aber „in keinem Falle“ mehr den Vorsitz der Fraktion an. Für dieses Amt würde sich sein derzeitiger Stellvertreter Stephan Hellwig bewerben.Am 2. April werden die Listen aufgestellt. Kampfabstimmungen wird es wohl im Wahlbereich Nord geben (21 Bewerber für 14 Plätze). Anfang April soll auch das Wahlprogramm verabschiedet werden, so Felbier. Für die OB-Wahl geht Andreas Wagner für die CDU ins Rennen.In der FDP (5 Sitze) haben laut Aussage des Kreisvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden Dr. Michael von Teichman die Ratsleute Horst Radmer und Hans-Joachim Jasny ihren Verzicht erklärt. Listen und Programm werden im April/Mai verabschiedet. Von Teichman tritt zudem als Bewerber für die Wahl zum OB an. Gerüchten, wonach er auf seine Kandidatur zum OB verzichten würde, wenn Dr. Ralf Meyer, Wirtschaftsförderer aus Bremerhaven antreten sollte, erteilte er eine klare Absage. „Wir waren diejenigen, die eine gemeinsame Kandidatensuche mit den beiden großen Parteien angestrebt haben“, so von Teichman. „Dann wäre Ralf Meyer ein sehr guter Kandidat gewesen.“ Für einen solchen Bewerber müssten sich die großen Parteien bewegen und nicht zuerst die FDP.Alle fünf Ratsmitglieder der Gruppe Basu/Tholen wollen nach Angaben ihres Gruppensprechers Joachim Tjaden wieder antreten. Zudem werde es „drei bis vier eigene Kandidaten aus der Gruppe sowie drei externe geben“. Am 28. Februar sollen die Listen verabschiedet werden. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten wird es laut Tjaden nicht geben. „Der SPD-Kandidat Thomas Städtler hat sich bei uns vorgestellt und einen guten Eindruck hinterlassen. Die Mitgliederversammlung wird entscheiden; aber ich gehe davon aus, dass wir Herrn Städtler unterstützen werden“, fügte Tjaden hinzu.Bei Bündnis 90/Die Grünen stellen sich beide derzeitigen Ratsvertreter wieder zur Wahl. Nach Angaben des Kreisvorsitzenden Peter Sokolowski findet im Frühjahr eine Mitgliederversammlung statt, bei der die Listen und das Programm verabschiedet werden. OB-Kandidat ist Michael von den Berg.Johann Janssen, einziges Ratsmitglied der „Linken“, tritt nach eigenen Angaben nicht wieder an. Gespalten ist die Partei in der Frage, ob sie einen eigenen OB-Kandidaten aufstellt. „Ich persönlich würde den SPD-Kandidaten unterstützen“, so Janssen. Ende Februar soll die künftige Richtung festgelegt werden.
© Copyright Wilhelmshavener Zeitung vom 08.02.2011, Seite 3

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