Besuch des AWO Sprachheilzentrums

Am 25.08.2011 besichtigten Genossinnen und Genossen der SPD Ortsvereine
Fedderwardengroden/Himmelreich-Coldewei und Voslapp das AWO
Sprachheilzentrum in Wilhelmshaven.

Das Sprachheilzentrum in
Fedderwardengroden, Masurenstrasse 17, ist eines der drei
hochspezialisierten Einrichtungen zur Beseitigung und Hilfe für
sprachentwicklungsgestörte Kinder und Jugendliche. Das Zentrum bietet
seit über 35 Jahre Hilfen für sprachgestörte Kinder und Jugendliche an.
In ihrem Sprachheilzentrum befindet sich ein Sprachheilkindergarten für
sprachgestörte Vorschulkinder aus der näheren Umgebung und eine
stationäre Abteilung für sprachgestörte Kinder und Jugendliche für
Nordwest-Niedersachsen.

Förderung, Betreuung und Behandlung im Sprachheilzentrum sind
Leistungen der Krankenhilfe in Verbindung mit Maßnahmen der
Eingliederungshilfe. Nach einer Untersuchung der Fachberater im
Landesärztlichen Dienst für Menschen mit Hör- und Sprachstörungen im
örtlichen Gesundheitsamt, die ergibt, dass eine stationäre Behandlung
erfolgsversprechend ist, wird eine Aufnahme in das Sprachheilzentrum
vorgeschlagen und das Kostenübernahmeverfahren eingeleitet.

Im Sprachheilzentrum werden Störungen der Sprachentwicklung, wie
Aussprache, Grammatik, Wortschatz und Wortfindungsstörungen, auditive
Verarbeitungs- und Wahrnehmungsdefizite, verbale  
Entwicklungsdyspraxien, Redeflussstörungen wie Stottern und Poltern,  
neurologisch bedingte Störungen wie kindliche Dysarthrien und Aphasien,
  medizinisch versorgte Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Sprech- und
Sprachverweigerung (Mutismus) behandelt.

Ein Team aus erfahrenen Fachkräften wie LogopädInnen,
SprachtherapeutInnen, PädagogInnen, PsychologInnen, ErgotherapeutInnen,
MotopädInnen, HeilpädagogInnen, und Sonderschul- und
SprachheillehrerInnen betreuen und therapieren die sprachheilgestörten
Kinder und Jugendlichen. Die komplexen Sprachstörungen bedürfen einer
ganzheitlichen und umfassenden Vorgehensweise mit einer gründlichen und
vielseitigen Diagnose. Durch die enge und gute Zusammenarbeit mit der
Herbartschule, Förderschule mit den Schwerpunkten Lernern und Sprache,
ist eine gezielte schulische Förderung gewährleistet. Hier werden die
Kinder und Jugendlichen in speziell für sie eingerichteten Kleinklassen
intensiv und individuell gefördert.

Bei der Besichtigung der Einrichtung mit seinem gepflegten und
weiträumigen Gelände, den gemütlich und kindgemäß eingerichteten
Wohnräumen, entstand ein sehr positiver Eindruck bei den BesucherInnen.
48 Kinder und Jugendliche leben während der im Durchschnitt
12-monatigen Betreuung in kleinen, familienähnlichen Wohngruppen mit
jeweils 8 Kindern, die von erfahrenen PädagogInnen betreut werden. Alle
können an Wochenenden und einem Teil der Schulferien nach Hause fahren.
Für die Freizeitgestaltung stehen Spiel- und Bolzplätze, Schwimm- und
Sporthalle, Bastel- und Spielräume zur Verfügung.

Im abschließenden Gespräch nach der Besichtigung wurde deutlich, welch
eine hochspezialisierte und erfolgreiche Einrichtung die AWO im Norden
der Stadt erfolgreich betreibt. Ins Gespräch kam auch die Frage nach
der "inklusiven" Schule, die europaweit entstehen soll. Im
Sprachheilzentrum steht man dieser Frage skeptisch gegenüber, da
Sprachheilprobleme so komplex und schwierig zu behandeln sind. Nur in
Schulen mit vielen der o.g. Fachkräften, Kleinklassen und entsprechend
schulpädagogisch ausgebildeten Lehrkräften kann man  diesen
"Problemkindern und Jugendlichen" gerecht werden.

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