Trau, schau, wem…

Wilhelmshaven: …so der sozialdemokratische Politiker Gustav Kittler im Jahre 1878, in einem Flugblatt.

Trau, schau, wem, sagte sich auch die AG 60 Plus der SPD Wilhelmshaven anlässlich ihrer monatlichen Zusammenkunft im „Kreuzelwerk“, zu der als Referentin Polizeioberkommissarin Katja Reents zum Thema „Sicherheit an der Haustür“, eingeladen war.

In aufgelockerter Weise, mit Film- Video- und Bildmaterial, aber auch an Beispielen aus der Region, zeigte die Referentin auf, mit welchen Tricks und Überredungskünsten Verbrechen, insbesondere an älteren Menschen vorgenommen werden.

Vom angeblich in schlechter gesundheitlicher Verfassung, mit der Bitte um ein Glas Wasser, über den vorgetäuschten Unfall mit dem Wunsch nach einem Telefonat, bis hin zum Geschenk für den Nachbarn, wird versucht sich Zugang zur ausgespähten Wohnung und zum Diebesgut zu verschaffen.

Dreist versuchten Kriminelle sich als Polizisten oder Gerichtsvollzieher, als Mitarbeiter von Gas- Elektrizitäts- oder Wasserwerken auszugeben um ihren Beutezug auszuüben.

Aus Wilhelmshaven wusste Katja Reents über vorgetäuschte Handwerker zu berichten, die in Monteurskleidung, sich nach Feierabend Zugang zu Wohnungen verschaffen, um verlorene Gegenstände zu suchen, oder Nacharbeiten verrichten zu müssen, in der Tat aber nach Diebesgut aus waren.

Aber auch der „Enkeltrick“, mit dem Ansinnen zur Aushändigung von Geldbeträgen an fremden Personen, gehört trotz Aufklärung, immer noch zu den kriminellen Machenschaften, um insbesondere ältere Personen um ihr Erspartes zu bringen.

Seien sie vorsichtig, so die Referentin. Nicht die Straße ist ihr Gefahrenpotential sondern ihre Haustür. Nutzen sie die Gelegenheiten der zahlreichen angebotenen Sicherungen an ihrer Tür und öffnen sie nur einen Spalt, wenn ihnen Unbekannte gegenüber stehen.

Lassen sie sich auch Dienst- oder Werksausweise von Leuten Zeigen, die in ihre Wohnung möchten.

Wie wenig davon Gebrauch gemacht wird, wusste die Referentin aus eigener Erfahrung zu berichten. Obgleich in Zivilkleidung, wurde sie bisher nur zwei Mal in ihrem Dienst als Polizistin nach ihrem Dienstausweis gefragt.

In ihrer Arbeit als Beauftragte für Kriminalprävention, sollten sich die Senioren vertrauensvoll an die Beratung der Polizei wenden. Dieses in technischer Hinsicht zur Sicherung der Wohnung, aber auch bei Nachstellungen durch sog. Storker, bis zur häuslichen Gewalt.

Gerne besucht die Polizei auch Wohnungen und Geschäfte, um vor Ort die notwendigen präventiven Maßnahmen mit den Mietern oder Gebäudeeigentümern in die Wege zu leiten.

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