Nach 70 Jahren:  Appell für den Frieden! 

Zwar sind inzwischen 70 Jahre vergangen, in denen sich die Welt dramatisch verändert hat. Aber die Erinnerung an das Ende des II. Weltkriegs darf nicht ausgelöscht werden. 

70 Jahre sind eine lange Zeit.


Es sind Generationen herangewachsen, die den Schrecken des Krieges nur noch vom Hörensagen kennen. Was für uns Ältere unauslöschliche Erinnerungen sind, ist für die Jüngeren ferne, fast unwirkliche Vergangenheit. 

Den Tag, an dem der Krieg vorbei war, erlebten viele mit einem Gemisch sehr widersprüchlicher Gefühle und Empfindungen: Trauer über den Verlust geliebter Menschen, über die verlorene Heimat, die zerstörte Wohnung. Freude darüber, noch einmal davon gekommen zu sein. Angst vor einer ungewissen Zukunft, ein Gefühl der Leere nach so viel missbrauchtem Idealismus, so viel enttäuschter Glaubensbereitschaft 

Doch über die militärische Niederlage hinaus, ist uns besonders wichtig, daran zu erinnern, dass schon zwölf Jahre früher - mit der Machtergreifung der Nazis – die moralische und demokratische Kapitulation erfolgte. Die eigentliche Niederlage stand am Beginn der NS-Zeit und nicht erst an ihrem Ende. 


Uns erschreckt zutiefst, wenn wir erleben müssen, dass rechtsextreme Parteien ganz offensichtlich wieder wählbar geworden sind. Wir sind entsetzt, wenn rechte „Rattenfänger“ vor unseren Schulen versuchen, die Jugend für ihre Ziele zu gewinnen. 


Wir appellieren an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger: 


- nicht ohnmächtig zuzusehen, wie Einzelne sich der Demokratie bedienen, um unsere demokratischen Freiheiten zu zerstören, 

- nicht untätig zubleiben, wenn extreme Gruppen unsere Toleranz ausnutzen, um Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit zu säen. 


Auch die Nazis stachelten zu Rassenhass an und bezeichneten andere Völker als Untermenschen. Die Folge war der Krieg von 1939 bis 1945: 

60 Millionen Menschen kamen ums Leben, an der Front und auf See, im Bombenhagel, in den Vernichtungslagern, bei der Vertreibung und der Flucht. Sie alle mahnen uns wachsam zu sein, das sind wir den Opfern des Terrors und des Kriegs schuldig. 


Erinnerung kann quälend sein. Aber diese Bilder müssen über uns hinaus lebendig bleiben, damit das Versprechen gehalten werden kann, das viele 1945 ablegten: 


Nie wieder Krieg. 


„Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts“ 

so Willy Brandt. Eine Formulierung, der wir uns in dieser Zeit ganz besonders verpflichtet fühlen. 

Wir bitten um die Beteiligung zur Kranzniederlegung der SPD Wilhelmshaven am 6.Mai 2015, um 19:00 Uhr am Mahnmahl zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, auf dem Aldenburger Friedhof. An diesem Tag fand 1945 der Krieg in Wilhelmshaven sein Ende. 


SPD Arbeitsgemeinschaft 60plus 

Wilhelmshaven 

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