Mitgliederversammlung der SPD- Ortsvereine Heppens und Süd 

Das Starkregenereignis am 15. August letzten Jahres war nach vielen Anfragen der Bürgerinnen und Bürger Anlass, auf einer öffentlichen Mitgliederversammlung der SPD- Ortsvereine Heppens und Süd zu informieren. Tim Menke, Leiter der Technischen Betriebe, erläuterte sehr detailliert die Funktionsweise und die Leistungsfähigkeit des städtischen Abwassersystems. Die Südstadt hat eine Mischwasserentsorgung, Schmutzwasser und Regenwasser werden über ein Kanalnetz abgeleitet.

Zum Nachweis des Kanalsystems rechnet man alle 2 bis 3 Jahre mit einem Niederschlag von ca. 25 mm bei einer Dauer von 3 Stunden. Am 15. August dieses Jahres maß man aber ca. 70 mm in einer Stunde, statistisch gesehen ein Jahrhundertregen.  Die Niederschlagsmenge betrug bei ca. 500 ha befestigter Fläche im Mischwassersystem ca. 350 Tsd. m³ in einer Stunde im Vergleich zu einer Abschlagsmenge von ca. 250 Tsd. m³ für ein gesamtes Wochenende.

Die Hauptpumpwerke Süd und Ost werden automatisch betrieben, es gibt kein „Einschalten  von Hand“. Eine Rufbereitschaft wird alarmiert zur Überwachung des Automatikbetriebes.

Wenn die Straßen „unter Wasser“ stehen, sind alle Anlagen unterhalb des Straßenniveaus als Rückstauebene gefährdet. Das öffentliche Entwässerungssystem deckt bis hin zum Starkregen die erforderlichen Ableitungen ab, wenn alle technisch konstruktiven Maßnahmen, insbesondere der Einbau von Rückstausicherungen oder Hebeanlagen im privaten Bereich getroffen sind und sie auch funktionsfähig sind. Bei Beratungen und Ortsterminen wurde festgestellt, das oftmals defekte Rückstausicherungen, undicht Wände und Kellersohlen ursächlich für „voll gelaufene Keller“ sind. Schäden durch Überflutungen von außen sind selten.  

Für Ereignisse mit außergewöhnlichem Starkregen sollten eine Risikobewertung und eine Überflutungsvorsorge getroffen werden. Seitens der Stadt werden auch in den folgenden Jahren hydraulische Optimierungsmaßnahmen zur Erhöhung des Entwässerungskomfort durchgeführt werden.

Kritische Bereiche müssen identifiziert werden und diese für eine Gefährdung analysiert werden. Menke sieht hierin eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe, denn der urbane Entwässerungskomfort bietet nur einen begrenzten Überflutungsschutz. Die Abwasserbeseitigung stellt  klar, dass sich Anschlussnehmer gegen Rückstau selbst schützen müssen.

OV-Süd- Vorsitzender Jürgen Adam hob noch einmal die Pflichten der Hauseigentümer hervor. Sein Heppenser Kollege Jürgen Kempcke stellte fest, dass der Bau der neuen Druckrohrleitung und der Bau der Rückhaltebecken eine goldrichtige Entscheidung waren, die schlimmeres verhinderten. Die Leistungsfähigkeit und die Sicherheit des Entwässerungssystems wurden deutlich erhöht.

Bei allen Besichtigungen vor Ort stellte er fest, dass technische Mängel, fehlende Wartung oder bauliche Mängel maßgeblich für das Eindringen von Wasser in Kellerräume verantwortlich waren. Hierfür entwickelte er ein Blatt mit Empfehlungen, das an die Anwesenden verteilt wurde.    

Tim Menke bot den Beratungsservice der Technischen Betriebe Wilhelmshaven an unter der Telefonnummer 04421-164586/4585 an. 

Quelle: spd-whv.de